Die Green Bay Packers gewinnen den Super Bowl. Warum? Wegen ihrer Defense. Wegen Quarterback Aaron Rodgers. Und wegen ihres Selbstbewusstseins. Ihres Auftretens. Ihrer gesamten Haltung. Dieses Team ist für den großen Wurf gemacht. Punkt.
Klingt nach der Meinung eines Fans. Ist es auch. Doch sie ist begründet. Denn bei den Packers stimmt im Moment einfach alles. Das fängt schon bei der Field Position an. Die starke Defense und besonders die zuletzt überragende Leistung von Punter Tim Masthay werden den Packers hier einen enormen Vorteil verschaffen.
Generell ist die Packers-Defense im zweiten Jahr unter Coordinator Dom Capers deutlich besser. Die Umstellung auf das 3-4-Schema hat funktioniert. Ich würde fast sagen: Die Packers-Defense kann es mit der legendären Steelers-D aufnehmen. Sie hat alles, was dazu nötig ist. Mit Linebacker Clay Matthews und Cornerback Charles Woodson hat sie sogar echte "Impact Playmaker", die die Steelers-Offensive in Schach halten können.
Das Leben zur Hölle zu machen
Mehr noch. Capers ist einer der besten Strategen im Football. Mit seinen zahlreichen Blitz-Variationen und unterschiedlichen Defensiv-Formationen lässt er die gegnerischen Reihen rotieren und hat schon zahlreiche Gegner verzweifeln lassen.
Besonders gegnerische Quarterbacks müssen leiden. Denn die Spieler der Packers-Defensive-Line sind groß, stark und dennoch unheimlich mobil. Mobil genug, um mit Ben Roethlisberger auch einen der stärksten und am schwersten greifbaren Quarterbacks der Liga zu Boden zu bringen. Wenn ihn nicht Matthews vorher schon erwischt hat.
Und kommt Roethlisberger dennoch zum Wurf, dann gibt es da noch die Secondary. Die hat in den Playoffs erst richtig aufgedreht und gleich mehrere entscheidende Interceptions gefangen. Woodson, Nick Collins, Tramon Williams und Sam Shields haben definitiv das Zeug dazu, das Leben der Steelers-Receiver zur Hölle zu machen.
Rodgers is on Fire!
Zugegeben. Aaron Rodgers hat erst drei Playoff-Spiele gewonnen. In seiner gesamten NFL-Karriere. Da sieht er im Vergleich mit den zwei Super-Bowl-Ringen von Big Ben natürlich schlecht aus. Dennoch. Der Packers-Quarterback hat in den letzten fünf Spielen besser gespielt als jeder andere Spieler auf dieser Position. Er ist absolut on Fire!
Wer holt sich den Superbowl,Aaron Rodgers oder Ben Roethlisberger ?
Schwachstelle der Packers war lange Zeit das Running Game. Doch mit James Starks scheint Green Bay in den Playoffs plötzlich eine Geheimwaffe gefunden zu haben. Der Rookie kann Spiele entscheiden. Hinzu kommt mit John Kuhn ein sicherer Short-Distance-Runner - und dass Aaron Rodgers mehr als 350 Yards und vier Touchdowns erlaufen hat.
Das alles lenkt von Green Bays eigentlicher Stärke ab. Den Pässen von Rodgers auf seine Receiver. Seine Pass-Empfänger zählen zu den besten in der NFL - besonders, wenn man sie als Gruppe zusammenfasst. Im Gegensatz zu den Steelers können die Packers auch kinderleicht Fünf-Receiver-Sets auf den Platz schicken und sind damit extrem gefährlich.
Das Team der Stunde
Doch das alles ist nur Beiwerk. Auch ich muss zugeben, dass die Steelers wohl die besseren Einzelspieler haben. Doch im Super Bowl geht es nicht um Einzelspieler. Es geht um das Team. Und hier kommt der größte Packers-Vorteil zum Tragen: das Selbstbewusstsein. Denn obwohl sie mehr als zwei Dutzend Spieler wegen Verletzungen verloren haben und lange Zeit mit vielen bis dato unbekannten Athleten antreten mussten, sind die Packers das Team der Stunde.
Die Ersatzspieler (wie Starks und Shields) spielen stark - lassen die Ausfälle oft vergessen. Seit der Niederlage gegen New England haben die Packers fünf Spiele gewonnen - fünf Spiele, die sie unbedingt gewinnen mussten. Jetzt kann sie niemand mehr aufhalten.
So gut Pittsburgh auch ist: Die Steelers können die Entschlossenheit der Packers nicht brechen, die Lombardi-Trophy endlich wieder nach Hause zu holen.
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Super Bowl 2011 im TV - Live in der ARD und auf ESPN HD, sowie auf puls4
Wer den Super Bowl 2011 live im Fernsehen verfolgen möchte, findet im deutschen Fernsehen bei der ARD (ab 23:35 Uhr) den richtigen Sender. Die ARD überträgt seit einigen Jahren das größte Einzelsportereignis der Welt. Wer lieber den Originalkommentar aus den USA hören will, der ist bei ESPN America HD oder FOX an der richtigen Stelle. Beide Sender übertragen den Super Bowl 2011 in den USA.
Auf puls4 geht es ab 23.05 Uhr mit den Vorberichten los. Kickoff des Super Bowls ist um ca. 18:25 Uhr (Eastern-Time in den USA).
Im Vorfeld wird die US-amerikanische Nationalhymne gesungen von Christina Aguilera. In der berühmten Halbzeitshow treten die Black Eyed Peas auf.
Das Spiel begann mit ein paar Serien, die beide Teams zum abtasten nutzten. Die Defensivreihen hielten und somit endeten die Drives jeweils mit Punts. Die Packers schwammen sich dann in ihrem zweiten Ballbesitz frei und Aaron Rodgers führte sein Team mit neun Spielzügen über 80 Yards zu den ersten Punkten. Jordy Nelson fing schließlich einen 29-Yard-Touchdown-Pass zur Führung für die Packers. Direkt im Anschluss leistete sich Ben Roethlisberger auf Seiten der Steelers eine Interception kurz vor der eigenen Endzone. Er stand unter Druck, warf überhastet und Nick Collins trug den Ball schließlich über 37 Yards in die Endzone. 14:0 Packers.
Die Green Bay Packers um Aaron Rodgers (vorn) und Linebacker Clay Matthews holen sich die Vince Lombardi Trophy
Im zweiten Viertel stabilisierte sich Pittsburgh ein wenig und Shaun Suisham brachte sein Team mit einem 33-Yard-Field-Goal auf die Punktetafel. Pittsburgh bekam dann relativ zügig den Ball zurück, nutzte diesen Ballbesitz aber nicht, denn Packers-Safety Jarrett Bush sprang bei einem Roethlisberger-Pass überraschend vor den anvisierten Receiver Mike Wallace und erzwang so eine weitere Interception. Rodgers bedankte sich und fand wenig später Greg Jennings für einen hart und präzise geworfenen Pass über 21 Yards in die Endzone. Die Steelers zeigten sich davon jedoch nicht beeindruckt, so dass Roethlisberger fast ausschließlich über Hines Ward noch einen Touchdown-Drive zusammenschusterte. Am Ende hatte Ward eine Acht-Yard-TD-Reception. Pausenstand: 21:10 Packers.
Green Bay bekam nach einer Halbzeitshow, in der die Black Eyed Peas, Slash und Usher rockten, den Ball als erstes, wurden jedoch gestoppt. Die Steelers setzten danach ihre Aufholjagd fort und Rashard Mendenhall lief zu einem Acht-Yard-Touchdown zum Anschluss. Pittsburgh stoppte des Gegners Offensive erneut, man kam in Field-Goal-Distanz, Suisham versagte jedoch deutlich aus 52 Yards. Den Rest des Viertels dominierten schließlich beide Verteidigungsreihen. Die Packers gingen also mit einer 21:17-Führung ins Schlussviertel.
In jenem verlor dieses Mal Mendenhall den Ball – Clay Matthews erzwang einen Fumble, den Desmond Bishop eroberte. Im anschließenden Drive ließ Rodgers sich nicht lumpen und schloss schließlich mit einem schönen Fade-Pass auf einen völlig unbewachten Jennings ab. Dies schien so etwas wie der Genickbruch für die Steelers zu sein, doch diese steckten nicht auf und kämpften sich wieder heran. Roethlisberger gelang am Ende eines acht Spielzüge andauernden Drives ein 25-Yard-Touchdown-Pass auf Mike Wallace.
Green Bay Packers Wide Receiver Jordy Nelson (87) springt zum First Down
Es folgte eine Two-Point-Conversion. Roethlisberger lief eine Option, pitchte den Ball auf Antwaan Randle-El, der ihn in die Endzone brachte. Es stand danach 28:25 für Green Bay. Fünfeinhalb Minuten später hielten die Steelers die Packers bei einem Field Goal und hatten in den letzten zwei Minuten noch die Chance, mit einem Touchdown die Partie zu gewinnen. Es sollte jedoch nicht sein, denn die Packers stoppten ihre Kontrahenten bei einem vierten Versuch an der 33-Yard-Linie der Steelers, womit die Entscheidung gefallen war.
Bester Spieler und der MVP von Super Bowl XLV ist Aaron Rodgers. Er warf für 304 Yards und drei Touchdowns. Jordy Nelson fing neun Pässe für 140 Yards (1 TD), während Greg Jennings vier Receptions für 64 Yards und zwei Touchdowns hatte. Bei den Steelers warf Ben Roethlisberger für 263 Yards (2 TD / 2 INT), Rashard Mendenhall lief für 63 Yards (1 TD). Mike Wallace hatte neun Catches über 89 Yards (1 TD).
Die Packers hatten früh mit dem Ausfall von Cornerback Charles Woodson zu kämpfen, der sich am Arm verletzte, zudem fiel der dritte Cornerback Sam Shields ebenfalls eine Zeit lang aus.
Halftime Show mit The Black Eyed Peas' Fergie und Slash
Die Halbzeit-Show
Nach einigen Jahren, in denen die NFL auf die Klassiker gesetzt hatte (2007: Prince, 2008: Tom Petty and the Heartbreakers, 2009: Bruce Springsteen, 2010: The Who), war diesmal Plastik-Pop erster Güte angesagt.
Die Black Eyed Peas, ehemals als innovative und richtig gute Hip-Hop-Band bekannt, sorgten mit ihren neueren Hits für gute Laune im restlos ausverkauften Cowboys Stadium in Dallas.
Der älteren Generation an Zuschauern dürfte die Show allerdings die Tränen in die Augen getrieben haben. Gastauftritte von Justin-Bieber-Entdecker und R'n'B-Ikone Usher sowie Ex-Guns'n'Roses-Gitarrist Slash rundeten die skurrile Show ab.
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