Eiskaltes Inter wirft Bayern raus
Patzer bringen Münchner um Viertelfinal-Einzug



Inter jubelt: Viertelfinale erreicht !

Der FC Bayern hat sich durch mangelhafte Chancenauswertung und Abwehrfehler um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League gebracht. Trotz klarer Überlegenheit unterlagen die Münchner Inter Mailand im Rückspiel mit 2:3 und schieden aus.

"Wir machen immer wieder die selben Fehler. Es ist unglaublich. Wir mussten schon 4:1 führen. Es kann nicht sein, dass wir zu Hause wieder drei Tore kriegen", schimpfte Arjen Robben. "Das haben wir uns selbst zuzuschreiben. Der Stachel sitzt sehr tief, weil wir 65 grandiose Minuten gespielt haben. Wir haben zu passiv gespielt, jeder hat die Verantwortung weiter geschoben", sagte Mario Gomez.

Frühes Gegentor
In München schoss Inters Star-Stürmer Samuel Eto'o die Gäste bereits in der dritten Minute aus stark abseitsverdächtiger Position mit 1:0 in Front. Es war der achte Champions-League-Saisontreffer des Kameruners - und der 1:0-Sieg der Bayern aus dem Hinspiel somit egalisiert.

Starker Ribéry
Die Münchner, bei denen Daniel van Buyten und Breno die wieder einmal umformierte Innenverteidigung bildeten, gerieten aber nur kurz aus dem Tritt. Von Minute zu Minute wurden die Rot-Weißen stärker und zeigten sehenswerten Tempofußball. Der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit - und in der 21. Minute war's soweit: Nach einem groben Patzer von Inters Keeper Julio Cesar lupfte Mario Gomez den Ball aus sechs Metern mit dem Rücken zum Tor stehend ins Netz. Auch für Gomez war es der achte Königsklassen-Treffer dieser Spielzeit.


Da war die Welt noch in Ordnung: Die Bayern feiern Gomez' (Mitte) Treffer zum 1:1

Bayern drängte weiter. Besonders der starke Franck Ribéry glänzte immer wieder mit sehenswerten Dribblings. Den Führungstreffer durch Thomas Müller bereitete jedoch sein kongenialer Partner Arjen Robben vor. In der 31. Minute lenkte Thiago Motta einen Pass Robbens in den Lauf von Müller, der den Ball sehenswert über Julio Cesar hinweg ins Netz hob. Letztlich ließ in Durchgang eins einzig die Chancenauswertung der Münchner zu wünschen übrig. Trotz weiterer Möglichkeiten blieb es zur Pause beim 2:1.

Wackelige Innenverteidigung
Nach dem Seitenwechsel nahm der FC Bayern ein wenig den Fuß vom Gas, behielt aber die Kontrolle über das Spiel und kam weiter zu Chancen. Inter dagegen blieb zunächst harmlos und unkreativ. Dennoch kamen die Italiener noch mal zurück ins Spiel - und das dank der bayerischen Problemzone Nummer eins: der Innenverteidigung. Van Buyten und Breno wirkten in einigen Situationen nicht sattelfest. Nach einem Fehler des Brasilianers kam Eto'o aus 16 Metern zum Schuss, der Ball landete hier jedoch noch über dem Tor (60.).

In der 63. Minute aber stellte Inter den Spielverlauf auf den Kopf. Wieder war es Breno, der nicht aufpasste und Eto'o den Ball in Seelenruhe annehmen ließ. Der legte die Kugel quer auf Wesley Sneijder, der mit einem trockenen Flachschuss aus 17 Metern zum 2:2 vollendete (63.). Ein absolut unnötiger Gegentreffer - die Partie war wieder völlig offen. Ein Treffer, und Inter wäre eine Runde weiter.

Manko Chancenauswertung
Und die Mailänder tauchten nun häufiger in der Hälfte der Münchner auf. In der 81. Minute wurde ein wuchtiger Schuss von Sneijder abgeblockt. Die Van-Gaal-Elf hielt dagegen. Doch der Abschluss blieb auch im zweiten Durchgang das große Problem, etliche aussichtsreiche Gelegeneheiten blieben ungenutzt. In der 83. Minute vertändelte Mario Gomez in einer aussichtsreichen Überzahlsituation leichtfertig den Ball.

Die Angst vor dem Ausscheiden steigerte die Nervosität bei den Münchnern merklich - besonders bei Breno. In der 88. Minute patzte der junge Brasilianer wieder - und Inter reagierte eiskalt: Igor Pandev hämmerte den Ball unhaltbar für Kraft zum 3:2 in die Maschen. Dieser Treffer bedeutete das Aus - der FC Bayern hatte nichts mehr hinzuzusetzen. Eklatante Abwehrschwächen sowie die mangelhafte Chancenauswertung brachten den FCB am Ende trotz überlegen geführten Spiels um den Lohn seiner Arbeit.
Quelle: zdfSport - Stand 15.03.11