Die deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira haben mit Real Madrid den Fluch gegen Angstgegner Olympique Lyon besiegt und sind am Ende souverän ins Viertelfinale der Champions League eingezogen.
Jubel bei Real, das gab es mehrmals. Dreimal nach Toren, einmal nach dem Schlusspfiff
Nach einem 1:1 im Hinspiel gewann der spanische Rekordmeister das Achtelfinal-Rückspiel 3:0 (1:0) gegen die Franzosen, die in den vorherigen sieben Vergleichen mit den Königlichen noch nie verloren hatten. Der Brasilianer Marcelo (37.), der ehemalige Lyon-Profi Karim Benzema (66.) und Angel Di Maria (76.) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der dreimalige Champions-League-Sieger erstmals seit 2004 in die Runde des besten Acht einzog. Zuvor war sechsmal in Folge für die Madrilenen im Achtelfinale der Königsklasse Endstation.
Löw und Flick im Bernabeu
Vor 70.000 Zuschauern im ausverkauften Bernabeu-Stadion, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw und sein Assistent Hansi Flick, erspielte sich Real vor der Pause ein leichtes Übergewicht. Die beste Gelegenheit hatte zunächst Cristiano Ronaldo, der nach einer schönen Einzelaktion in der 27. Minute an Gäste-Torwart Hugo Lloris scheiterte. Der französische Nationalkeeper war zehn Minuten später aber chancenlos, als Verteidiger Marcelo nach guter Vorarbeit von Ronaldo technisch perfekt die verdiente Führung für das Team von Trainer Jose Mourinho erzielte.
Özil an zwei Toren beteiligt
Özil war ebenfalls an der Entstehung des ersten Champion-League-Treffers von Marcelo beteiligt. Kurz darauf hätte Benzema, der auch im Hinspiel gegen seinen Heimatklub getroffen hatte, schon für eine Vorentscheidung sorgen können, aber Lloris unterstrich erneut seine Extraklasse. In der 42. Minute wurde ein Treffer des Franzosen, der nach maßgerechter Flanke von Özil eingeköpft hatte, zurecht wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt.
Auch nach der Pause war Özil an nahezu allen gefährlichen Aktionen der Hausherren beteiligt, die sich aber zunächt immer wieder an dem überragenden Lloris die Zähne ausbissen, bis Benzema und Di Maria nach toller Vorabeit des herausragenden Özil dann doch noch die Lücke fanden. Die Franzosen, die Real im Vorjahr aus dem Wettbewerb geworfen hatten, fanden ihrerseits kein Durchkommen gegen die disziplinierte Real-Defensive, in der Khedira einmal mehr seine Sache sehr ordentlich machte.
Mourinho glücklich mit seinen Deutschen
Marcelo, der sein Team in Führung gebracht und den den dritten Treffer vorbereitet hatte, jubelte nach dem Schlusspfiff: "Wir sind sehr erleichtert, dass wir Lyon endlich mal aus dem Weg geräumt haben. Wir haben sehr stabil gespielt und gut nach vorne. Unserem Trainer waren wir einfach schuldig, heute weiterzukommen. Jetzt freuen wir uns auf den nächsten Gegner."
Das geht auch José Mourinho so. "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass wir einen Vorteil hatten, aber wir wollten keineswegs nur das 0:0 halten. Das haben wir sehr gut umgesetzt." Über die beiden deutschen Spieler sagte er: "Joachim Löw ist im Stadion, seine Meinung ist wichtiger. Aber ich kann sagen, dass Özil bald einer der besten Spieler der Welt sein wird. Und Khedira sichert unser Spiel sehr gut ab, macht es kompakt mit seiner großen Übersicht. Ich bin sehr glücklich mit beiden."
Özil fühlt sich sehr wohl
"Wir haben auch in dieser Höhe verdient gewonnen", sagte Mesut Özil nach der Partie. "Wir haben hinten sehr gut gestanden und vorne unsere Chancen genutzt. Man merkte, dass Lyon viel Respekt für uns hatte, und nach dem 1:0 hatten wir die nötigen Räume für unser Spiel." Über seinen Stellenwert bei Real äußerte sich der Nationalspieler ebenfalls sehr positiv: "Man merkt, dass ich hier voll integriert bin. der Trainer vertraut mir, das ist sehr gut für mein Spiel. Jetzt in der nächsten Runde gegen meinen Ex-Klub Schalke zu spielen, wäre natürlich eine schöne Sache."
Sami Khedira erklärte den Sieg zu: "Wir waren vom Trainer wieder top vorbereitet. Es war ein verdienter Erfolg, die Balance aus Offensive und Defensive bei uns war ausgezeichnet." Einen Wunschgegner hat Khedira nicht: "Wir wollen ins Finale, wollen den Titel. Da müssen wir eh jeden aus dem Weg räumen."
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