Dortmund erzwingt Endspiel um Platz zwei
Borussia Dortmund kann aus eigener Kraft den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League schaffen. Dank des 3:0-Sieges über Karpati Lwiw ist das letzte Gruppenspiel am 15. Dezember beim FC Sevilla ein Endspiel um Platz zwei.
Mats Hummels (l.) und Neven Subotic (r.) lassen Shinji Kagawa hochleben
Als Sieger der Gruppe J steht Paris St. Germain fest. Die Franzosen gewannen am Mittwochabend 4:2 gegen den FC Sevilla. Die Spanier haben als Tabellenzweiter der Gruppe J neun Punkte, Borussia Dortmund ist Dritter mit acht Punkten. Lwiw hatte schon vor dem letzten Spieltag keine Chance mehr.
In der Gruppe L sind FC Porto und Besiktas Istanbul eine Runde weiter. Besiktas mit Trainer Bernd Schuster gewann 2:1 bei ZSKA Sofia. Porto siegte 3:1 bei Rapid Wien. In der Gruppe K ist der FC Liverpool dank eines 1:1 bei Steaua Bukarest weitergekommen. Sparta Prag (Gruppe F) und Dynamo Kiew (Gruppe E) sind ebenfalls für die K.o.-Spiele qualifiziert. Die Ukrainer siegten bei den bereits qualifizierten Weißrussen von BATE Borissow und übernahmen die Tabellenführung.
Ohne Barrios
Die Dortmunder waren auf dem rutschigen Boden zum Siegen verdammt. Und der Favorit löste den Großauftrag gegen die überforderten Gäste souverän. Die Gelb-Schwarzen zogen auch ohne ihren verletzten Stürmerstar Lucas Barrios von Beginn an ein sehenswertes Powerplay auf. Nach nur 38 Sekunden hatte Barrios-Vertreter Robert Lewandowski die erste gute Möglichkeit. Vier Minuten später machte es Shinji Kagawa besser. Der 1,72 Meter kleine Billig-Import aus Japan veredelte eine Sahin-Flanke per Kopf zum 1:0.
Mit verwirrenden Positionswechseln und schnellem Direktspiel nutzten die Dortmunder die großen Räume in der unorganisierten Lwiw-Defensive. Nur bei der Chancenverwertung offenbarte der BVB unerklärliche Schwächen.
Chancen über Chancen
Lewandowski versemmelte aus sechs Metern frei stehend vor Lwiw-Keeper Witali Rudenko den nächsten Hochkaräter (13.),
Kagawa - bester Dortmunder an diesem Abend - zielte nach schöner Einzelleistung knapp links vorbei (22.). Kevin Großkreutz (38.) und Kagawa (45.) versiebten weitere Großchancen.
Die Ukrainer tauchten vor der Pause nur zwei Mal vor dem BVB-Kasten auf. Danilo Avelar rutschte in der 34. Minute um Zentimeter am Ausgleich vorbei. Und in der 45. Minute hatte der BVB Glück, dass der Schiedsrichter Subotics heftigen Rempler gegen Kopolowets nicht als elfmeterreif erachtete. Die schwache Chancenverwertung bezeichnete BVB-Sportdirektor Michael Zorc in der Halbzeitpause als "einen Witz".
Zidans Comeback
Mats Hummels beruhigte Zorc mit dem überfälligen 2:0.
Blaszczykowski, Lewandowski, Piszczek, Sahin und Kagawa (l.-r.) feiern den 2:0-Treffer von Hummels
Der Innenverteidiger nickte in der 49. Minute einen Freistoß von Nuri Sahin ein und gab Trainer Jürgen Klopp so die Gelegenheit, seine Stars für die nächste Bundesliga-Aufgabe am Sonntag beim 1. FC Nürnberg zu schonen.
Kagawa und Lars Bender durften in der 67. Minute runter, der eingewechselte Mohamed Zidan kam zu seinem Pflichtspieldebüt in dieser Spielzeit. Große Aufreger gab es danach nicht mehr. Mühelos verwalteten die Dortmunder den Vorsprung, bis Lewandowski in der 89. Minute für seinen unermüdlichen Einsatz mit dem 3:0 belohnt wurde. Ein Tor, das wegen Abseits eigentlich nicht hätte zählen dürfen.
Vorfreude auf Sevilla
Shinji Kagawa freute sich trotzdem: "Nun haben wir das erhoffte Endspiel. Es ist schön, dass wir es nun wieder in eigener Hand haben." Auch Hummels blickt mit Vorfreude auf das Abenteuer in Andalusien: "Wir wollen in Sevilla ein richtig gutes Spiel hinlegen, sonst gewinnt man da nicht. Es wir ein sehr interessantes Spiel."
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