Ausgerechnet für den souveränen Bundesliga-Herbstmeister Borussia Dortmund ist das Unternehmen Europa League vorzeitig beendet. Die beiden anderen deutschen Klubs, Leverkusen und Stuttgart, sind dagegen bereits vor ihrem letzten Spiel am Donnerstag (16.12.10) weiter.
Kampf um jeden Ball: Lucas Barrios (l.) kommt im Duell mit Julien Escude zu spät
Die Westfalen kamen im Gruppen-Endspiel um den Einzug in die Zwischenrunde nicht über ein 2:2 (1:2) beim FC Sevilla hinaus und landeten nach dem ersten herben Rückschlag in einer bislang sensationellen Saisonverlauf auf dem dritten Rang hinter Paris St. Germain und den Iberern. Am Ende fehlte der bislang stärksten Auswärtsmannschaft der Liga lediglich ein Tor zum Überwintern auf der europäischen Bühne.
Der Japaner Shinji Kagawa hatte die Borussen bereits in der vierten Minute in Führung geschossen, bevor der zweimalige UEFA-Cup-Sieger die Partie schon vor der Halbzeitpause durch einen Doppelschlag mit Treffern von Nidri Romaric (31.) und Frederic Kanoute (35.) drehte. Neven Subotic (49.) gelang nur noch der Ausgleich.
Start nach Maß
Shinji Kagawa (l.) feiert sein Tor zum 0:1
Die beiden Mannschaften befanden sich vor 35.000 Zuschauern im Estadio Sanchez Pizjuan, darunter 4.000 BVB-Fans, gerade in der Abtastphase, da schlug Kagawa zu. Der Schuss des Japaners von der Strafraumgrenze wurde von Sevillas Julien Escude abgefälscht und landete wie aus heiterem Himmel im Tor. Der Start nach Maß verlieh den Borussen die nötige Sicherheit für weitere sehenswerte Kombinationen.
Das Team von Trainer Jürgen Klopp, der auf die Anfangsformation des letzten Sieges in der Bundesliga gegen Werder Bremen (2:0) gesetzt hatte, musste sich jedoch nach einer Viertelstunde der ersten gefährlichen Angriffe der Gastgeber erwehren. Torhüter Roman Weidenfeller rückte in den Blickpunkt, als er mit einem Reflex gegen Luis Fabiano (15.) parierte und eine Minute später nach einem Distanzschuss von Alexis erneut bravourös klärte.
Zu viele Fehlpässe
Die Spanier, die in der Primera Division zuletzt fünf Niederlagen in Folge kassierten, blieben jedoch zumeist mit Standardsituationen gefährlich, während die Westfalen versuchten, das Spiel in die Hälfte der Gegners zu verlagern. Doch blieb dass Passspiel des BVB bis zum Pausenpfiff in der Offensive zu unpräzise.
Zudem leistete sich die Abwehr mit den wenigsten Gegentreffern in der Bundesliga-Hinrunde einige ungewohnte Unkonzentriertheiten. Die nutzte Sevilla zum Ausgleichstreffer durch Romanic, als Lukasz Piszczek dem Torschützen den Ball bei seinem Abwehrversuch unfreiwillig servierte. Ein erneuter Blackout in der BVB-Offensive führte zum 1:2 durch Kanoute, der mit einem Kopfball erfolgreich war.
Lucas Barrios ist sichtlich niedergeschlagen nach dem Sevillas Tor zum 2:1
Nach der Pause aggierten die Borussen wesentlich druckvoller und kamen durch einen Kopfball von Subotic nach einem Eckball von Nuri Sahin zum Ausgleich.
Neven Subotic freut sich über den Treffer zum 2:2-Ausgleich
Der BVB setzte nach, weil die Andalusier nicht mehr die Torgefährlichkleit der ersten 45 Minuten entwickeln konnten und versuchten, das Spiel zu verwalten und über die Runden zu bringen.
Andres Palop kann den Ball von Shinji Kagawa halten und sichert den Spaniern so den 2:2-Endstand Selbstkritik beim BVB
"Wir haben alles gegeben, alles versucht, aber es hat letztendlich nicht geklappt", ärgerte sich Nuri Sahin nach der Partie. "Ich hätte unheimlich gerne in diesem Wettbewerb weitergespielt. Wir haben uns leider am Ende von der Kulisse und der Zeitschinderei der Spanier etwas beeinflussen lassen." Selbstkritisch gab sich auch Mats Hummels: "Wir haben uns das Aus auch selbst zuzuschreiben. Die beiden Gegentore haben wir schlecht verteidigt, vorne fehlte uns oft die Durchschlagskraft, wir haben uns für den falschen Pass entschieden oder die Flanke verhauen." Jürgen Klopp sah es ähnlich: "Wir haben uns aber durch das Zeitspiel der Spanier leider am Ende die Ruhe nehmen lassen. Daraus müssen wir lernen. Aber der Schiedsrichter hätte normalerweise auch zehn Minuten nachspielen lassen müssen. Ich habe bis zum zuletzt dran geglaubt, dass noch etwas für uns geht. Aber wir hatten am Ende zu wenig Möglichkeiten."
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