Villarreal nutzt alle Chancen gegen Bayer

Bayer Leverkusen droht bereits im Achtelfinale der Europa League das Ende aller Titelträume. Die Werkself verlor im Hinspiel gegen den spanischen Tabellenvierten FC Villarreal 2:3 (1:1) und verspielte damit trotz bester Chancen eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 17. März.



Stefan Kießling hadert mit der Chancenauswertung

Im 148. Europacupspiel der Leverkusener Vereinsgeschichte brachte der Tscheche Michal Kadlec die Elf von Trainer Jupp Heynckes zunächst in Führung (33.), doch der italienische Torjäger Giuseppe Rossi (42.) und der Brasilianer Nilmar (68.) stellten das Spiel nach haarsträubenden Fehlern in der Bayer-Hintermannschaft auf den Kopf.

Gonzalo Castro schaffte noch einmal den Ausgleich (70.), bevor erneut Nilmar in der vierten Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für die Gäste erzielte. Für Leverkusen war es die erste Niederlage im Europacup nach zuvor elf Spielen. "Das ist sehr bitter für meine Spieler. Wir haben sehr gut gespielt und waren die wesentlich bessere Mannschaft", sagte Heynckes, machte aber sofort auch Mut: "Wir sind sehr auswärtsstark. Selbstverständlich, dass wir da hinfahren, um die Runde noch zu drehen." Stefan Kießling war hingegen restlos bedient. "Ich bin einfach nur sauer, weil es nicht passieren darf, dass die aus drei Chancen drei Tore machen."

Drückende Überlegenheit
Schon die Vorbereitung war nicht optimal. Diskussionen um Heynckes, der eine Vertragsverlängerung hinauszögert und damit die Spekulationen um einen Wechsel zu Bayern München anheizte, sowie das Theater um Michael Ballack hatten die Schlagzeilen bestimmt. Von den Nebengeräuchen ließ sich Bayer zunächst nicht anstecken. Vor 20.126 Zuschauern in der BayArena hatte der Brasilianer Renato Augusto bereits in der neunten Minute die Führung auf dem Fuß, doch nach einer Flanke von Domagoj Vida klärte Carlos Marchena zur Ecke.

Kurz darauf war es Eren Derdiyok, der Villarreal-Schlussmann Diego Lopez prüfte (13.). Der Keeper war aber genauso wie in der 19. Minute zur Stelle, als er einen Freistoß von Renato Augusto parierte. In der 33. Minute war dann aber auch Lopez beim Schuss von Kadlec geschlagen. Der Tscheche hatte aus halblinker Position getroffen. Doch das kleine Polster gaben die Gastgeber schnell wieder her. Als die neuformierte Innenverteidigung mit Daniel Schwaab und Stefan Reinartz schlecht sortiert war, schlug Rossi eiskalt zu und markierte mit dem ersten Torschuss der Spanier den Ausgleich.

Schwache Abwehr
Schwaab und Reinartz mussten wie schon gegen Wolfsburg in der Defensiv-Zenntrale ran, da Sami Hyypiä nach einer Magen-Darm-Grippe nur auf der Bank Platz nahm und Manuel Friedrich wegen seines Schulterblattbruchs nicht zur Verfügung stand. Von den Spaniern war über weite Strecken nicht viel zu sehen. Der frühere Champions-League-Halbfinalist agierte bieder und präsentierte sich vor allem in der Offensive harmlos, aber sehr effektiv.

So brachte auch die zweite Torchance durch den eingewechselten Nilmar gleich ein Tor, doch 80 Sekunden später war Castro zur Stelle. Bei den Leverkusenern verdienten sich Renato Augusto und Castro die Bestnoten. Aufseiten der Spanier waren Nilmar und Marchena die Aktivposten.
Quelle: Sportsch.Online - Stand 10.03.11