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Thema: Bestechlichkeitsvorwürfe rund um die EM 2012

  1. #1
    BvB-Mausi

    Bestechlichkeitsvorwürfe rund um die EM 2012

    Korruptionsvorwürfe nun auch gegen die UEFA

    Nach der FIFA wird nun auch Europas Fußballverband UEFA mit Korruptionsvorwürfen in Verbindung gebracht. UEFA-Funktionäre sollen bei der Vergabe der EM 2012 mit Millionenbeträgen geschmiert worden sein.

    EM nach Polen und Ukraine verkauft? UEFA-Boss Michel Platini

    Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung und beruft sich dabei auf ein Vorstandsmitglied des Fußballverbandes von Zypern. Dem Funktionär zufolge lägen Beweise vor, die angeblich einen Verkauf des EM-Turniers 2012 an die Ukraine und Polen durch Vorstandsmitglieder der UEFA belegen. Der Funktionär, Spyros Marangos, versuche laut SZ "seit zwei Jahren erfolglos, UEFA-Präsident Michel Platini diese Informationen zu übergeben". Marangos behauptet, er habe mehrere Zeugen dafür, wie in einer zyprischen Anwaltskanzlei Korruptionsgeschäfte abgewickelt worden seien, die fünf hohe UEFA-Funktionäre betroffen und eine Gesamtsumme von elf Millionen Euro umfasst hätten.


    Beweise mit Originaldatum in Plastik eingeschweißt
    UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino bestritt am Freitag (22.10.10) am Rande des DFB-Bundestages in Essen jede konkrete Kenntnis dieser Vorwürfe. Marangos' Anwalt Neoclis Neocleous bestätigte dagegen der SZ, dass zwei der angeblich signierten Zeugenaussagen in Plastik eingeschweißt und mit Originaldatum versehen seien. Marangos könne so belegen, wie lange ihm die Aussagen schon vorlägen. "Die Zeugen sind bereit, vor Gericht unter Eid auszusagen, wenn es so weit ist", sagte Neocleous. Am Montag (25.10.10) herrschte bei der FIFA und der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hektische Betriebsamkeit wegen angeblicher Bestechungen. Die UEFA hat Spyros Marangos ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt, seine Beweise vorzulegen.

    Bereits im Sommer soll Marangos mit dem damaligen Chef der UEFA-Disziplinarabteilung, Peter Limacher, in Kontakt getreten sein. Limacher, der den deutschen Rekordmeister Bayern München durch falsche Manipulationsanschuldigungen ins Zwielicht gebracht hatte und deshalb derzeit sein Amt ruhen lassen muss, soll mit dem Zyprer bereits ein Treffen in Genf für den 24. August 2010 vereinbart gehabt haben. Angeblich ließ Limacher den Termin vier Tage vorher platzen. "Auf Wunsch meiner Vorgesetzten muss ich unser Treffen nächsten Dienstag absagen. Falls Sie Ihr Flugticket gebucht haben, übernehmen wir die Stornogebühr gegen Quittung. Wir würden es aber begrüßen, wenn wir einen Vorbericht oder ein Dokument erhalten könnten", zitierte die SZ aus einer Mail Limachers. Danach soll ein weiterer Kontaktversuch Marangos abgeblockt worden sein.

    Viele Fragezeichen nach der Vergabe
    Die UEFA hatte am 18. April 2007 in Cardiff die EM 2012 mit 8:4 Stimmen an die Ukraine und Polen vergeben. Topfavorit Italien unterlag überraschend, Mitbewerber Kroatien/Ungarn ging leer aus. Bei den nun von Marangos Beschuldigten soll es sich um Vorstandsmitglieder der UEFA handeln, die "teilweise schon mit fragwürdigen Aktivitäten im Ehrenamt auffällig wurden". Der als Drahtzieher des angeblichen Stimmenkaufs vermutete Funktionär verfügt laut SZ "über eine schillernde Vita im Kontext einer früheren Fußballbestechung in Osteuropa".

    Der Weltverband FIFA hatte am vergangenen Mittwoch zwei Exekutivmitglieder suspendiert. Amos Adamu aus Nigeria und Reynald Temarii aus Tahiti wird vorgeworfen, ihre Stimmen für die Vergabe der WM 2018 und 2022 feilgeboten zu haben.
    Quelle: Sportsch.Online // Stand war der 25.10.10

  2. #2
    BvB-Mausi
    Die UEFA macht ernst gegen Marangos

    Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat wie angekündigt Anzeige gegen den zyprischen Funktionär Spyros Marangos wegen dessen Bestechungsvorwürfen erstattet. Wie der Verband am Samstag (30.10.10) mitteilte, hat sie sich deswegen an die Schweizer Kriminalpolizei und den Generalstaatsanwalt von Zypern gewandt.


    Soll Vorwürfe beweisen: Spyros Marangos

    Marangos hatte behauptet, bei der Vergabe der EM-Endrunde 2012 an Polen und die Ukraine hätten vier gekaufte Stimmen für den Sieg der osteuropäischen Bewerber über Italien gesorgt. Trotz eines Ultimatums der UEFA hat Marangos bisher keine Beweise für seine Vorwürfe vorgelegt. Mit der Anzeige wolle man den ehemaligen Schatzmeister des zyprischen Verbandes nun dazu zwingen und zudem den Ruf der UEFA und des europäischen Fußballs schützen, hieß es in der Erklärung des Verbandes.

    Marangos: Vier Exekutiv-Mitglieder bestochen
    Marangos hatte am Freitag in Nikosia erneut erklärt, er vertraue der UEFA nicht und wolle keine Beweise in die Schweiz schicken. Er ist nach eigenen Worten aber dazu bereit, daheim in Zypern Belege für seine Anschuldigungen vorzulegen. Marangos hatte erklärt, vor der Abstimmung 2007 in Cardiff habe ein Funktionär 3,15 Millionen Euro erhalten, drei weitere jeweils zwei Millionen. Belegen könne er dies mit drei Dokumenten, zudem gebe es drei Zeugen.

    Quelle: Sportsch.Online // Stand war der 30.10.10

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