Beim Testspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien am Mittwoch (09.02.11) werden die Augen besonders auf Mario Götze gerichtet sein. Der 18 Jahre junge Dortmunder gilt als das größte Versprechen des deutschen Fußballs.
Bundestrainer Joachim Löw und sein neuer Nationalspieler Mario Götze (r.)
Es gibt seltene Momente, in denen ein begeisterndes Raunen ein ganzes Stadion erfüllt. Wenn ein einzelner Spieler dafür sorgt, dass Menschen auf den Rängen ihr Kommen nicht bereuen, selbst wenn der eigene Verein an diesem Tag nicht erfolgreich ist. Mitte der zweiten Hälfte beim Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 gab es eine solche Szene. Aus der Dortmunder Abwehr heraus flog ein Ball in die gegnerische Hälfte und der Adressat, Mario Götze, hatte trotz Behinderung durch einen Gegenspieler so wenig Mühe, den Ball an- und mitzunehmen, als würde beide eine ganz besondere Liebesbeziehung verbinden.
Es gibt wohl kaum noch Zweifel daran, dass der 18 Jahre alte Dortmunder Götze zu den Ausnahmeerscheinungen in deutschen Fußballarenen gehört. Schnell, technisch nahezu perfekt, mit einer hohen Handlungsschnelligkeit ausgestattet, hat der gebürtige Memminger, der im Alter von sechs Jahren mit seinen Eltern nach Dortmund gezogen ist, sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen gemacht.
Auch Bundestrainer Joachim Löw, der Götze für das Testspiel gegen Italien nominiert hat, ist derart beeindruckt von den Fähigkeiten des jungen Mannes, dass er ihn bereits "fest zum A-Team zählt. Jeder sieht, welche fußballerischen Möglichkeiten und Spielintelligenz er hat. Er ist schon unglaublich abgeklärt. Er ist sicher eines der größten Talente. Es macht Spaß, ihn zu sehen. Er kann sicher ein großer Spieler werden", schwärmt Löw.
Auf die Bodenhaftung wird geachtet
Und auch Matthias Sammer ist begeistert. "Für sein Alter ist er schon unheimlich weit", sagt der DFB-Sportdirektor, der in dem offensiven Spieler ein Jahrhunderttalent erahnt. Mario Götze gilt als das größte Versprechen des deutschen Fußballs.
Mario Götze hat sich mittlerweile zum Leistungsträger einer Dortmunder Mannschaft entwickelt, die in der laufenden Saison ohnehin über den Dingen schwebt. Hatte er zu Saisonbeginn vor allem auf der rechten Außenbahn im Zusammenspiel mit Shinji Kagawa für Furore gesorgt, ist er nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Japaners (Mittelfußbruch) von Trainer Jürgen Klopp in die Mitte und hinter die Spitzen beordert worden. Und auch diese Aufgabe erledigt er so, als hätte er noch nie etwas anderes gemacht.
Kein Wunder also, dass das Interesse der Öffentlichkeit an Mario Götze enorm ist. "Es ist nicht einfach auf dem Teppich zu bleiben", sagt Mario Götze selbst. Doch dafür, dass sich die Boddenhaftung nicht nach und nach auflöst, dafür sorgen vor allem sein Vater Jürgen Götze, ein Professor an der Technischen Universität Dortmund, sein Trainer, Jürgen Klopp, und nicht zuletzt seine Mitspieler. "Da achten wir drauf. Er ist ein super Junge, dem ich diesen Erfolg sehr gönne", sagt etwa Mitspieler Nuri Sahin.
Zweite Chance im Nationaltrikot
Mario Götze und BVB-Trainer Jürgen Klopp (r.)
Gegen die Italiener wird Mario Götze seine zweite Möglichkeit erhalten, sich im Trikot der Nationalmannschaft zu präsentieren. Sein Debüt feierte er im vergangenen November beim torlosen Unentschieden in Schweden. Damals wurde er in der 76. Minute eingewechselt und war damit der jüngste DFB-Debütant seit Uwe Seeler, der 1954 im Alter von 17 Jahren sein erstes Spiel für das Nationalteam absolvierte. Nun sei er "aufgeregt, vor heimischer Kulisse aufzulaufen, wenn mich der Trainer einwechseln sollte". Die Zuschauer dürfen sich jedenfalls auf ganz besondere Momente freuen.
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