Adeus, Ronaldo! 
Er kam aus sehr einfachen Verhältnissen und stieg bis in die höchsten Höhen des Weltfußballs empor: der Brasilianer Ronaldo. Doch nach 18 Jahren im Fußball-Geschäft ist nun Schluss. Ronaldo Luiz Nazario de Lima, so heißt er mit vollem Namen, beendet seine Fußball-Laufbahn vorzeitig. Das gab der mittlerweile 34-Jährige auf einer Pressekonferenez am Montag (14.02.2011) in Sao Paolo bekannt. "Diese Karriere war sehr schön und wunderbar", so Ronaldo.
Ronaldo wuchs in der Armensiedlung Bento Ribeiro auf, einer Vorstadt Rio de Janeiros. Er begann ganz früh mit dem Fußballspielen - natürlich auf der Straße, wie soviele große Kicker Brasiliens. Erst mit 13 Jahren schloss sich Ronaldo einem Verein an, dem Social Ramos Club Bento Ribeiro. Dann verlief seine Karriere steil nach oben. Ende 1993 wurde er als 17-Jähriger erstmals zur Nationalmannschaft eingeladen.
Schon 1994 gehörte Ronaldo zum WM-Aufgebot der Brasilianer. Etliche Experten wie Brasiliens Idol Pelé forderten den Einsatz des Youngster bei diesem WM-Turnier in den USA. Doch Trainer Parreira fand den Zeitpunkt zu früh und verzichtete auf das 18-Jährige Supertalent.

Ronaldos Karriere durchzieht schon früh eine anhaltende Verletzungsserie. Schon 1996 muss sich der Brasilianer beim PSV Eindhoven einer Knie-OP unterziehen. Permanente Verletzungen prägten auch sein Enggagement bei Inter Mailand. 1999/00 trat er nur noch zu sieben Meisterschaftsspielen an, ehe er nach dem Riss der Patellasehne im November 1999 längerfristig ausfiel. Das Comeback ein halbes Jahr später gegen Lazio Rom währte ganze fünf Minuten, dann riss die Sehne erneut. Es folgten siebzehn Monate Reha sowie der Ausfall der kompletten Saison 2000/01. Zur WM 2002 jedoch kam er zurück. Und wie.

Ronaldo war der gefeierte Mann bei Brasiliens fünftem WM-Sieg. Mit acht Treffern wurde er WM-Torschützenkönig und hatte damit maßgeblichen Anteil am großen Triumph der Selecao.

Lohn für das erfolgreiche WM-Turnier: 2002 wurde Ronaldo zum dritten Mal nach 1996 und 1997 mit dem Titel Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet. Sogar als Weltsportler des Jahres 2002 wurde er geehrt.
Ursprünglich wollte er seinen Vertrag, der bis Ende des Jahres läuft, dort erfüllen, doch nun ist vorzeitig Schluss. "Der Kopf will weitermachen, aber der Körper hält es nicht mehr aus", sagte der gequälte dreimalige Weltfußballer und gab freimütig zu: "Die letzten drei Tage habe ich wie ein Kind geheult." Das 0:0 am 2. Februar im Libertadores-Cup-Rückspiel beim kolumbianischen Erstligisten Deportivo Tolima wird somit als letztes Pflichtspiel in die Chronik Ronaldos eingehen. Adeus, Ronaldo!
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